Ein Monat ohne Brot- und Joghurteinkauf

Es ist wieder einer dieser Tage…ich habe keine Lust aufs Hausfrauendasein und mein Mann hat keine Lust aufs Arbeiten. Er gönnt sich also ein Gläschen Wein, während Y1 den Staubsauger, der sich an der Ecke verhakt hat, wütend anbrüllt und ich nehme das Stärkste, das ich am späten Nachmittag zu mir nehmen darf: koffeinfreien Kaffee. Ich weiß…badass mom.

Derzeit heißt Elternsein ganz viel Geduld aufbringen, weil eben diese den Kindern fehlt. Die Frustration ist schnell groß, wenn etwas nicht gleich klappt und es wird den halben Tag gebrüllt bis die Stimmbänder versagen. Um meine Geduld ist es allerdings auch nicht gut bestellt, nachdem man beiden seit Tagen nichts mehr recht machen kann, von allen Seiten dauernd nach Essen verlangt wird, das teilweise postwendend dem Hund vor die Pfoten geschmissen wird, nur um Sekunden später laut loszuschreien, weil der Hund es nun gegessen hat. Kurz gesagt, wir reiben uns alle gegenseitig auf und bräuchten dringend eine Pause voneinander. Und wie? Na geht halt nicht.

Ich habe noch eine Portion Apfeltaler gebacken, um die Motivation und Laune wieder zu heben. Der Sauerteig blubbert vor sich hin und freut sich darauf, morgen ein Brot zu werden und Y1 isst endlich wieder in Stücke geschnittenes Gemüse. Außerdem ist die Bilanz des ersten Monats mit selbst gemachtem Joghurt und Brot fertig und es rentiert sich auf jeden Fall (abgesehen davon, dass es besser schmeckt). Beim Joghurt sparen wir in etwa die Hälfte, beim Brot etwa ein Drittel. Gar nicht schlecht.
Neues Ziel: Wir werden ein Jahr lang kein Brot und Joghurt kaufen.

Mir scheint echt langweilig zu sein, oder? 🙂

20140127-174459.jpg
Das Bild zeigt eine Skulptur aus der Reihe “Babykunst”: “Mehlsieb in Salatschleuder geht Symbiose mit Kartoffeln ein”

Advertisements

Von Dinkelsemmeln am Abend und morgendlichen Kämpfen

Der gestrige Abend war mal richtig gemütlich. Die Kinder gut gelaunt, die Eltern unbeschwert. Um 19:00 beschloss ich, noch ein kleines Backprojekt zu starten (merke: das ist zu spät für Germteig!). Dinkelsemmeln mit Sesam sollten es werden. Teig geknetet, vor den Heizkörper gestellt und eine Stunde später kleine Semmeln geformt und aufs Backblech gelegt, um sie noch einmal gehen zu lassen.
Um 20:30 saß Y1 in der Badewanne und weigerte sich, hinaus zu kommen, weswegen es sich ihr Papa auf der Badematte davor gemütlich machte. Währenddessen beaufsichtigten Y2 und ich die erste Partie Semmeln im Ofen. Er im Hochstuhl, ich davor singend. Von Fröschen und einem schwarzen Pinguin namens August Fridolin – mit einer Motivation, die mich selbst erstaunte.

Um 21:30 schliefen Y1 und ihr Papa selig schnarchend. Y2 und ich schlichen uns noch ein letztes mal für diesen Tag mit der Hündin aus der Wohnung und drehten eine Runde ums Haus. Um 22:00 schob ich die zweite Partie Semmeln ins Rohr und eine Stunde später war der Tag endlich vorbei.
Als ich beinahe eingeschlafen war, drehte sich die Hündin in ihrem Körbchen hin und her. KNARTZ! Y2 und ich wieder wach. Jede Nacht denke ich mir, ich muss ihr eines von diesen Stoffbetten besorgen, jeden Tag vergesse ich wieder drauf und ärgere mich in der folgenden Nacht mehrmals über mich. Y2 ist kein besonders talentierter Schläfer, wir schaffen derzeit nicht einmal zwei Stunden am Stück und wenn doch bricht meine Mutter in Freudengeschrei aus: Jetzt habt ihr es geschafft! Jetzt seid ihr über die Berg!
Das hat sie bei Y1 anfangs auch immer gesagt und die schläft immer noch nicht durch.

Heute ist sie außerdem in Kampflaune. Kampf beim Zähneputzen – bin ich schon gewohnt – Kampf beim Wickeln – kommt immer öfter vor – Kampf beim Anziehen – das ist neu, aber was soll’s, dann hat sie eben kein T-Shirt an und barfuß im warmen Fellsack ist für mich auch ok. Vielleicht ist es von mir falsch, das alles als Kampf zu betrachten, aber es wird einfach manchmal sehr, sehr anstrengend.

Die Dinkelsemmeln sind übrigens gut geworden und ich werde noch ein paar Variationen probieren. Jetzt köchelt erst mal die Gemüsesuppe und die Masse für die Topfenknödel wartet geduldig im Kühlschrank. Und weil ich noch ein bisschen Zeit habe, geh ich eine Runde Bobbycar fahren und widme mich dann wieder den Hundehaarballen in unserem Vorzimmer.

20140125-120639.jpg

Das mit der Arbeitsteilung…und dieser Vorsorge

Ich habe gestern Abend soweit es ging Beiträge und dazu gehörende Kommentare auf feministmum gelesen. Das hat das Köpfchen ganz schön zum Rauchen gebracht. Vor allem was das Thema Arbeit und Arbeitsteilung in unserer Beziehung beziehungsweise Familie angeht, aber auch Vorsorge. Das Ergebnis: sollte es hart auf hart kommen, bin ich ziemlich im Arsch.
Kurz zur Situation: Im Prinzip bin ich zu Hause bei den Kindern und er arbeitet. Naja, eigentlich ist es etwas komplexer. Arbeiten heißt bei ihm, dass er für einige Zeit weg muss – das können wenige Tage, aber auch mal vier Wochen sein – oder dass er zu Hause ist und Dinge am Computer aufarbeitet, Emails beantwortet etc. In solchen Zeiten sind wir also eigentlich beide bei den Kindern, ich mache aber trotzdem mehr, während er sich täglich für ein paar Stunden in sein Arbeitszimmer zurückzieht. Zugegeben, das kann manchmal frustrierend sein, aber irgendwer muss den Lebensunterhalt dieser vier Personen verdienen und ich kann mir nicht mal eben “nebenbei etwas aufbauen”. Derzeit jedenfalls nicht.
Mein Mann würde gern mehr Zeit mit den Kindern verbringen – wobei er vermutlich sowieso schon mehr davon hat als die meisten anderen Männer, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten – er ist allerdings nicht hier versichert und hat damit keinen Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld. Eh klar. Der Moment, als mir klar wurde, dass auch eine Witwen- und Halbwaisenpension an eine aufrechte Versicherung gekoppelt sind, hat mir erst einmal ein wenig den Boden unter den Füßen weggezogen. Eh auch klar. Ich habe nur vorher nie darüber nachgedacht. Für ihn eine Risikolebensversicherung abzuschließen, scheiterte in allen Ländern, die in Frage kamen. Derzeit müssen wir also mit dem Risiko leben, dass die Kinder und ich im Falle eines Falles wahrscheinlich in die Armut abrutschen werden. Krass ausgedrückt natürlich. Und wer will denn schon über solche Horrorszenarien nachdenken?

Also einfach den Mann in Österreich versichern, oder? Wenn’s so einfach wäre…aber dazu vielleicht ein andermal.

Was die Arbeitsteilung angeht, machen wir es – glaube ich – ganz gut. Alles, was nicht gerecht aufgeteilt ist, ist meine eigene Schuld. Ich sauge lieber selbst, bevor ich heimlich die übersehenen Hundehaare aus den Ecken kratze, damit mein Mann nicht merkt, was für ein Kontrollfreak ich bin. Ich leugne nicht, dass unsere Rollenverteilung derzeit eher traditionell aussieht, aber das wird sich auch ändern, wenn Y2 erst mal “aus dem Gröbsten” draußen ist. Dann würde ich gern mal anfangen, meine Karriere als Selbständige zu starten und der Papa kann in der Zwischenzeit die Kinder hüten und den Haushalt schupfen. Das macht er nämlich gern und richtig gut.

An der Vorsorge müssen wir aber definitiv arbeiten. Ich gehe jetzt aber mal eine Portion Apfeltaler backen, während draußen der nasseste Schnee fällt, den man sich nur vorstellen kann. Und der Mann? Der arbeitet…

Ü Ei für Mädchen

20140123-122450.jpg

Es gibt Überraschungseier für Mädchen??? Seit wann denn das?
Zugegeben, meine Tochter ist noch nicht in dem Alter, um nach so etwas zu verlangen. Vielleicht ist es deswegen an mir vorüber gezogen. Barbie spielt Tennis, vermutlich nicht als Profi in Wimbledon (und da gab es ja erstmals kurzem eine Diskussion wegen der Gewinnerin), sondern in einem schicken Club, oder? Nein, da unterstelle ich dem Hersteller bestimmt etwas.

In den normalen Überraschungseiern sind übrigens Autos drin. Sollen die also für Buben sein? Wird mir meine Tochter irgendwann erklären, dass sie etwas nicht benutzen kann, weil da nicht “für Mädchen” drauf steht? Brauchen Mädchen alles ganz speziell für sie bezeichnet, gekennzeichnet, farblich markiert, damit es kauf- und benutzbar ist?
Oje, oje, da wird wohl noch viel auf uns zukommen. Ich hoffe, wir kriegen es irgendwie hin, dass unsere Kinder über all das kritisch nachdenken. Ein bisschen zumindest…

Ich mag heute nicht

Kann es heute bitte jemand anderes machen? Darf ich mich heute einfach ausblenden und gar nichts tun?
Y1 weckt ihren Bruder erbarmungslos auf und der Tag beginnt. Wir haben gestern keine Kartoffeln gekauft. Es regnet. Wir müssen Kartoffeln kaufen gehen. Verdammt. Wenn das Essen nicht halbwegs fertig ist, wenn wir mittags vom Spazierengehen zurück kommen, macht Y1 ziemlichen Terror.
Um 10:00 regnet es nicht mehr, also gehen wir, kaufen Kartoffeln und stürzen uns ins matschige Vergnügen. Y1 ist nass und dreckig, wie der Fellsack innen aussieht, will ich gar nicht wissen.

Zu Hause erst den Hund abtrocknen, Y1 die Schuhe ausziehen, dabei wacht Y2 auf. Ich will nicht nach Hause kommen und mir sofort das T-Shirt vom Leib reißen müssen, weil Baby Hunger hat. Y1 setzt sich mit der gatschigen Matschhose mehrmals auf den dunklen Fliesenboden. Viele kleine Abdrücke eines Kinderpopos. Wenigstens kochen die Kartoffeln.

Ich mag heute einfach nicht. Nicht staubsaugen, weil sich die Hundehaare schon wieder zu kleinen Bällchen in den Ecken zusammengefunden haben, nicht kochen und das Chaos danach beseitigen müssen und ich mag heute auch nicht stillen. Es ist kurz nach 12 Uhr und ich bin bereit für meine dritte und damit letzte erlaubte Tasse Kaffee. Sonst bekommt Y2 noch mehr Bauchweh. 12:00 ist zu früh für den letzten Kaffee des Tages.

An manchen Tagen müssen Kinder schon mehr als nur einmal lachen, um Mamas Motivation wieder zu heben. Ist doch so, oder?

Apfeltaler

Mal etwas backen, das ich auch Töchterchen geben mag. Immerhin lässt sie sich jetzt die Zähne putzen. Naja, manchmal. Mit weniger Gebrüll. Sie kratzt und beißt mich derzeit wenigstens nicht – es klappt also quasi gut. Deswegen ist das mit dem Zucker ja ok.
Ich versuche mich an Apfeltalern und ändere das Ausgangsrezept ein wenig.

4 kleine Äpfel schälen und reiben.
250g Topfen, 300g Mehl, wenig Zucker (ich habe so etwa 30g genommen), etwas Vanillezucker und Zimt, eine Handvoll Rosinen und etwa 100g geschmolzene Butter zu einem Teig verkneten. Dann die Äpfel dazu geben und noch einmal gut durchkneten. Taler formen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, vielleicht noch Rosinen oder Mandelsplitter darauf streuen und ab in den Ofen damit. Bei 200 Grad brauchen die Taler 20-30 Minuten. Kommt ein wenig darauf an, wie groß und saftig die Äpfel waren.

Ich habe sie jetzt schon das zweite Mal gemacht, weil sie so gut ankamen. Sind auch praktisch für Unterwegs!

20140122-213000.jpg

Übrigens habe ich meinen Sauerteig verbraucht. Alles. Kein Anstellgut beiseite gegeben vor dem Backen. Also neuen angesetzt unter viel Fluchen, der allerdings noch viel schöner blubberte als der Vorgänger.

Kleiner Nachtrag: Ich habe für die Taler bisher immer Dinkelvollkornmehl genommen.

Die Polentalaibchen, die einfach keine sein wollten

Töchterchen mag Polenta. Darin kann man gut geraspeltes Gemüse verstecken, dachte ich mir und plante die Laibchen. Zum Glück gibt es zwei Minuten Polenta, zwei Karotten sind auch flott gerieben, etwas Parmesan dazu, damit mir der Gaumen nicht einschläft, ein Ei und etwas Brösel zum Binden. Das ganze gut vermengt und daraus Laibchen geformt. Laibchen, die einfach nicht knusprig und irgendwie auch nicht so ganz gar werden wollten.

Also gab es eben zerhackte Polentalaibchen in der Pfanne heraus gebraten mit noch etwas mehr Parmesan darüber, weil es immer noch so fad war.
Töchterchen konnte es leider gar nicht bis zum Mittagessen erwarten und musste sich vorher schon den Magen mit Brot vollstopfen. Darum landet das meiste von ihrem Teller auf dem Boden und von dort im Hundemagen. In einem unbeaufsichtigten Moment kippte sie über den Rest des Essens eine Ladung Wasser und wusch sich im übrig gebliebenen den Polenta von den Fingern. Anschließend streckte sie mir das vom Polenta trüb gewordene Wasser entgegen und sagte: “Tee?”

Naja…es gibt wohl erfolgreiche und weniger erfolgreiche Tage…

20140115-215436.jpg